Ein Theaterstück für Bremerhaven von Dirk Laucke
«Ich hab zwei Jungs und zwei Mädchen. Am liebsten würde ich sofort hier aufhören und zu ihnen fliegen.
- Wie lange willst du das noch machen?
- Bis sie aus der Schule sind. In 10 Jahren.
- Weißt du was in den Containern ist? Er lacht: Was in den Containern ist?
Er lacht sich kaputt, schüttelt den Kopf und trinkt den Rest Bier.»
Ein Seemann im Club der Seemannsmission
Das goldene Fließ ist ein rostiger Container. Ob Elektronikgeräte, Kaffee, Früchte oder Klamotten – mehr als eine Million Seeleute bringen auf 50.000 Frachtschiffen die Waren unseres täglichen Gebrauchs in Containern über die Weltmeere. Monatelang leben sie getrennt von ihren Familien, arbeiten unter härtesten Bedingungen für den Körper und die Psyche. Dem Mythos der Seefahrt liegt die Sehnsucht nach Freiheit zu Grunde, der Realität die Sehnsucht nach der noch so geringen Sicherheit.
Der Autor Dirk Laucke recherchiert in Bremerhaven auf den Schiffen, bei der Seemannsmission und in den Karaoke-Bars zum Schicksal und Alltag der Seeleute in Zeiten verschärfter Wettbewerbsbedingungen. Zusammen mit dem Regisseur Jens Poth entsteht ein Theaterabend, der die Wirklichkeit und ihr Seemannsgarn hinterfragt.
Recherche: Dirk Laucke, Natalie Driemeyer, Jens Poth
Regieassistenz: Karsten Wolter
Inspizienz: Dayen Tuska
Dramaturgiehospitanz: Swaantje Wilcken

„Viel Stoff, den Jens Poth mit viel Gespür für die komischen und emotionalen Momente umgesetzt hat. Da gibt es tolle Szenen, die an die Nieren gehen, wenn Clara (Kika Schmitz) erzählt, wie sie zur Seemannsmission kam. Richard Barenberg als ihr ‚Kollege’ John überzeugt als chaotischer Freak. Und die Möwen (Meret Mundwiler, Isabel Zeumer und Schmitz) sind eine wunderbare Idee.“
taz, 1.10.12, Andreas Schnell
„Das junge Ensemble liefert dabei eine überzeugende Leistung ab und setzt die skurrilen Charaktere des Stücks mit einer gehörigen Portion Humor in Szene.“
NZ, 1.10.12, Jean-Christophe Bocquier