Theaterjugendclub - Spielzeit 2000/2001

jung, offen und kreativ
 
Szenenfoto aus: LIFE'S BUT A WALKING SHADOW - Spielzeit 2000/2001
Szenenfoto aus: LIFE'S BUT A WALKING SHADOW - Spielzeit 2000/2001
 
AUS DER ARBEIT - Spielzeit 2000/2001:
Am 9. und 10. Dezember 2000 fand das erste Arbeitswochenende des Theaterjugendclubs des Stadttheaters Bremerhaven, in Kooperation mit dem Verein zur Förderung des Theater- und Musiklebens e.V., statt.
Es stand unter dem Oberthema "Körperbeherrschung und Bewegung". Unter der Leitung von Bruno Mora, der als Balletttänzer und Choreograph am Stadttheater Bremerhaven engagiert ist, erarbeiteten die Jugendlichen Übungen zur Körperbeherrschung sowie zum Abschluss dieser Arbeitseinheit eine kleine Choreographie.
Für die kreative Arbeit und Heranführung an theatralische Ausdrucksformen ist der Austausch zwischen den Sparten und vor allem auch der direkte Kontakt mit Künstlern wichtig. Der Theaterjugendclub versucht einem kleinen Kreis von Jugendlichen eine intensive Auseinandersetzung mit Theater zu ermöglichen.
Das nächste Workshopwochenende wird am 3. und 4. März 2001 stattfinden, und unter dem Oberthema "Sprecherziehung" stehen.
 
AKTION:
Am Sonntag den 6. Mai 2001 hat der Theaterjugendclub Straßentheater auf dem "Blütenfest" in Geestemünde, im Rahmen der Aktion "Zivilcourage" in Bremerhaven: "Mut gegen Gewalt", gespielt. Der Theaterjugendclub meldet sich zu Wort: Gesicht und Mut zeigen - wegschauen gilt nicht! Info's zur Aktion "Zivilcourage":
 
Mut gegen Gewalt
 
 
Eindrücke des ersten Wochenendes:
 
Theaterjugendclub

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Hier ein Bericht über das zweite Workshopwochenende:
 
Theaterjugendclub trainiert mit Berliner Sprecherzieher - Shakespeare-Projekt für Mai geplant
"Hallo! Haaaallllllo!" Helena Weiß (15) bemüht sich, ihr Gegenüber direkt anzusprechen. Doch dies ist gar nicht so einfach. denn der steht mit vier weiteren in einer Reihe und kehrt ihr den Rücken zu. Workshop "Sprecherziehung" des Theaterjugendclubs: 16 Jugendliche lernen, ihre Stimme zu gebrauchen. Gleich zwei Mädchen fühlen sich vom hartnäckigen "Hallo" angesprochen, aber nicht die richtigen. "Versucht, die Flugbahn kleiner zu halten, um denjenigen dadurch konkreter anzusprechen", dirigiert Sprecherzieher Frank Hartmann den Appell. Der Berliner Trainingsleiter versucht, den Jugendlichen an zwei Seminartagen die Grundlagen richtigen Sprechens zu vermitteln.
In dieser Spielzeit erst ist mit der Unterstützung des Theater-Fördervereins ein neuer Jugendclub ins Leben gerufen worden. Unter der Leitung des Schauspieldramaturgen Erpho Bell und dem neu engagierten Schauspieler Andre Bolouri wird den Schülern zwischen 14 und 18 einmal wöchentlich theatralisches Rüstzeug antrainiert. Seminarinhalte, so Bell, seien Rhetorikübungen, Bewegungstraining , Improvisationen - und am Schluss sogar eine eigene Inszenierung. Zusätzlich gebe es alle zwei Monate ein spezielles Wochenendseminar. Diesmal also Stimmbildung mit Hartmann, nach Körperbeherrschung und Bewegung mit dem Tänzer und Choreografen Bruno Mora.
Die Sache mit der "Flugbahn", funktioniert anscheinend, die Stimme landet dort, wo sie hin soll. Solche Situationen gebe es auch auf der Bühne, erklärt der Sprecherzieher, wenn jemand mit dem Gesicht zum Publikum stehe und von hinten angesprochen werde. "Wir üben, die Richtung genau zu bestimmen", erklärt Hartmann. "Wenn man die Grundlagen beherrscht, wird die Stimme auch viel kräftiger", ergänzt der diplomierte SprechwissenschaftIer. Körpergefühl sei außerdem ganz wichtig, um nicht "nach oben" in den Brustkorb zu atmen, sondern tief in den Bauch, mit Hilfe des Zwerchfells, das nichts mit Zwergen zu tun hat, sondern eine Art Membran zwischen Magen und Bauchnabel ist. Im Workshop sollen auch verschiedene Ausdrucksmöglichkeiten probiert werden. "Wir haben mit einem Gedicht von Goethe gelernt, wie man S- und Sch-Laute betont und mit dem Atem stützt", erzählt Antje Romeike (16) begeistert. Durch den Club, ergänzt sie, fühlten sie sich sicherer, wenn sie spielten oder Referate in der Schule hielten.
Kritischer gegenüber Theaterstücken seien sie dadurch geworden, berichten die Jugendlichen. Helena hat große Pläne: "Ich möchte später auf eine Schauspielschule", sagt sie mit leuchtenden Augen. Im Theaterjugendclub lerne sie erst mal richtig zu sprechen und sammele Spielerfahrung.
"Aber am besten ist die Übung mit dem Wassersack", platzt Marie Tietjen heraus. Sofort flitzen Helena, Miriam und Insa mit erhobenen Armen auf das Bühnenpodest, um die Übung mit Wassersack zu demonstrieren. Nach dem Kommando André Bolouris lassen sie sich langsam in die Hocke fallen. Unvermittelt ruft der Schauspieler "Zack" und darauf schnellen die Mädchen sofort nach oben - bis auf Insa. "Du hast nicht gesagt, dass der Flummi kommt", protestiert sie.
Derzeitig arbeitet die Gruppe an einem Shakespeare-Projekt, einer Collage aus Themen der fünf Stücke "Ein Sommernachtstraum", "Hamlet", "Macbeth", "Viel Lärm um nichts" und "Romeo und Julia". "Premiere ist am 30. Mai im Kleinen Haus", sagt Erpho Bell und lächelt verheißungsvoll. (Nordsee-Zeitung, 7. März 2001)
 
Ein Bild des zweiten Wochenendes:
 
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