Theaterjugendclub - Spielzeit 2002/2003

 

AUS DER ARBEIT - Spielzeit 2002/2003:

Licht aus, Laternen an!
Lichterspektakel im Speckenbütteler Park
Regentropfen fielen von den Ästen der Bäume im Speckenbütteler Park herab. Es war kalt und der Wind schwenkte die in Plastik eingepackten Laternen der ca. 800 Kinder hin und her. Grund, dass selbst das schlechte Wetter die Laternenläufer nicht vertreiben konnte, war das Lichterspektakel, das am 8. November 2002 unter Mitwirkung des Theaterjugendclubs des Stadttheaters Bremerhaven stattfand.
Von zwei riesigen Stelzenfiguren angeführt, bahnte sich eine Menschenmenge, geschmückt mit bunten Lichtern, den Weg zum See, wobei sie verteilt auf mehrere Stationen das Abenteuer eines Helden begleiteten. Aufgeregtes Gemurmel ging während der ganzen Strecke durch die Menge. Gespannt auf die nächste Szene, die ihnen an der nächsten Ecke begegnen würde, überwanden sie jede Pfütze, die ihnen den Weg dorthin versperren wollte. Gerade wurden sie noch von einem zehnköpfigen Monster erschreckt, schon staunten sie über Akrobaten am Wegesrand. Endlich am See angekommen, erlebten die Zuschauer das Finale: den Kampf des Helden mit dem feuerspeiende Monster, der mit dem Sieg und einem Feuerwerk endete.
Nina Zahlten in der Jugendtheaterzeitung des Stadttheaters Bremerhaven "Hamlet & Co"
 
Die Kreativität des Muskelkaters
Workshop für Rhythmus, Tanz und Tai-Chi im Theaterjugendclub

Ein Theaterjugendclub? Ganz klar, das ist ein Club, in dem Jugendliche Theater spielen. Im Falle des Jugendclubs des Stadttheaters tun sie es sogar mit besonderer Ausdauer. Im dritten Jahr sind die Dienstältesten schon mit dabei und haben geholfen, zwei Inszenierungen mit mehreren Aufführungen nebst einigen kleineren Projekten auf die Beine zu stellen.
Damit bei soviel Arbeit die Abwechslung nicht zu kurz kommt und die Spielbegeisterten eine Seite der Theaterarbeit etwas intensiver kennen lernen können, wurden ergänzend zur normalen Arbeit Workshopwochenenden geschaffen. Alle paar Monate wird so ein Workshop organisiert. Dabei wird vor allem über den eigenen Tellerrand geschaut: Themen von Workshops waren zum Beispiel Tanz, Rhythmus, Choreographie und vieles mehr. Besonders interessant wurde es immer dann, wenn ein "Fachmann" Einblick in seine Berufswelt gab.
Am 30. November und 1. Dezember 2002 war nun der bisherige Höhepunkt dieser Arbeitswochenenden. Sämtliche Mitglieder des Jugendclubs (immerhin 43 Jugendliche) hatten sich versammelt und sollten in drei Gruppen bestimmte Bereichen Rund um die Bühnenkunst kennen lernen. Gleich drei Künstler aus der kreativen Ursuppe Amsterdams hatten sich auf den Weg ins nordische Bremerhaven gemacht. Der Schlagzeuger Coordt war bereits das zweite Mal in Bremerhaven; sein Thema war Rhythmus, "Taktgefühl" und Koordination.
Die Gruppe von Ina beschäftigte sich mit Tanz und Bewegung und Danielle aus Chile hatte einen ganz speziellen Schatz mit an die norddeutsche Küste gebracht: Die Kunst des Tai-Chi. Nachdem sich jede Gruppe nach schweißtreibender Arbeit mit der Substanz vertraut gemacht hatte, folgte am Sonntag eine gemeinsame Arbeitspräsentation. Nun konnte jeder zeigen, was er in den letzten zwei Tagen gelernt hatte und das war, wie sich zeigte, nicht wenig.
Die Rhythmusfraktion jonglierte unter vollem Körpereinsatz mit Dreivierteltakt, Zweivierteltakt und noch diversen anderen Takten, so dass kaum ein Zuschauer still sitzen blieb ohne mit irgendeinem Körperteil mitzuzucken.
Die Tanzbegeisterten zeigten danach einen Mix aus improvisierter Bewegung und einstudierter Choreographie. Wichtig war hier nicht in erster Linie, dass alles bis auf jeden Tanzschritt passte (was bis auf kleine Patzer doch der Fall war), sondern das Körperbewußtsein, das jeder für sich entdecken sollte, da eine Bewegung bekanntlich im Kopf beginnt. Schön anzuschauen war es allemal!
Die von Danielle geleitete Gruppe war dagegen geradezu langsam, aber das musste auch so sein. Die Lehre des Tai-Chi geht auf eine Kampfkunst zurück, beschäftigt sich aber vor allem mit dem Bewusstsein und dem inneren Gleichgewicht. Die daraus gewonnene Ruhe und Konzentrationskraft kann besonders gut für die Arbeit auf der Bühne genutzt werden. Langsame, fließende Bewegungen allein oder in Paaren waren also hier für den Betrachter zu sehen.
Anschließend durften alle alles ausprobieren. Ein riesiges Chaos, das aber - dem Lachen nach zu urteilen - allen viel Spaß machte. Anschließend wurden noch ein letztes Mal gemeinsam die strapazierten Glieder gedehnt, um den später folgenden Muskelkater erträglicher zu machen, darauf folgte die Meinungsrunde. Wie es denn gefallen hat? Beidseitige Begeisterung!
Nicht nur die Leute vom Jugendclub hatten viel Spaß an der gemeinsamen Arbeit, auch die drei Gruppenleiter waren überrascht von deren konzentrierter Arbeitshaltung, die sonst im Teenageralter eher selten sei. Wiederkommen würden die Amsterdamer auf jeden Fall. Das macht doch Hoffnung auf ein baldiges Wiedersehen in Bremerhaven!
Kalle Schönfeld in der Jugentheaterzeitung des Stadttheaters Bremerhaven "Hamlet & Co"
 
Theaterjugendclub 
Mit Danielle wurden erste Schritte in Tai-Chi gemacht.
 
Theaterjugendclub
Im Ballettsaal wurde mit Ina der Körper mit seinen Ausdrucksmöglichkeiten auf eine harte Probe gestellt.
 

Bei Coordt wurden Koordinationsfähigkeit und Rhythmusgefühl gefordert.
 
Theaterjugendclub
So ein Workshop koste Kraft ...