Die Großherzogin von Gerolstein

Opéra bouffe von Jacques Offenbach
WIEDERAUFNAHME: 26. September 2009 / 19.30 Uhr / im Großen Haus

"Ich liebe Männer in Uniformen", stellt die Großherzogin von Gerolstein fest, als sie - gerade volljährig geworden - zum ersten Mal ihre Truppen inspizieren darf. Was für fatale Folgen dies für den einfachen Soldaten Fritz und seine Verlobte Wanda hat und welche unrühmliche Rolle dabei General Bumm, Minister Pück und Prinz Paul spielen, der sich gerade bei der Großherzogin um den "Job" des Prinzgemahls bewirbt, erzählt Offenbach in der Bremerhavener Neuinszenierung in der Textfassung des Kabarettisten Michael Quast.

Auf dem Höhepunkt seines Weltruhms schuf der "Mozart der Champs-Elysées", Jacques Offenbach, anlässlich der Pariser Weltausstellung 1867, mit den bewährten "Zutaten" frivoler Esprit, melodischer Einfallsreichtum, zündende Rhythmik, aberwitziges Tempo eine Zeitsatire allererster Güte. Die Günstlingswirtschaft etwa der Zarin Katharina wurde ebenso Zielscheibe des kaum verbrämten Spotts wie die vielen kleineren oder größeren, absolutistischen Fürsten, die Kriege gern zum Zeitvertreib anzettelten (hier personifiziert durch den General mit dem aufschlussreichen Namen "Bumm").
Das "Großherzogtum von Gerolstein" ist also nicht nur wegen der Qualität seiner Mineralwasserquelle berühmt geworden, sondern auch als das letzte Land, dem es gelungen ist, einen Krieg mit der Bauernschläue eines einfachen Soldaten zu gewinnen, der die Feinde mit Unmengen von Alkohol kampfunfähig macht - oder etwa doch mit Sprudel?
Leitung: Brüsch, Hofmann, Peter, Krull, Bilenko, Vanaev
Ensemble: Fabian-Steitz, Schindewolf; von Blanckenburg, Ertel, Jung, Kim, Peiró;
Chor, Extrachor, Kinderchor, Ballett und Statisterie, Städtisches Orchester