Die heilige Johanna der Schlachthöfe
Schauspiel von Bertolt Brecht
PREMIERE: 24. April 2010 / 19.30 Uhr / Großes Haus
Vor dem Hintergrund von Massenarbeitslosigkeit und Weltwirtschaftskrise schrieb Bertolt Brecht 1929/30 seine grimmige Klassiker-Parodie "Die heilige Johanna der Schlachthöfe". Während sich die politische Lage in Deutschland zusehends verschärfte, unternahm er den Versuch, sein politisches Weltbild in Szene zu setzen: In den Schlachthöfen Chicagos, zur Zeit des Börsenkrachs, wandelt sich das Heilsarmeemädchen Johanna Dark zur proletarischen Heldin.
Beispielhaft demonstriert das Drama die Brechtsche Konzeption vom Theater als Vermittler politischer Einsichten. Durch die Darstellung des Klassenkampfes innerhalb der ökonomischen Bedingungen einer Weltwirtschaftskrise, formuliert der Autor den notwendigen Widerstand gegen Manipulation, Ausbeutung und Unterdrückung - eine erschreckend aktuelle Thematik.
Um den Bankrott der Konkurrenz herbeizuführen, verkauft Chicagos Fleischkönig Mauler auf Anraten seiner Börsenfreunde seine Firma. Dem wachsenden Elend der ausgesperrten Arbeiter ist durch Suppen und Gesänge der Heilsarmee nicht beizukommen. Johanna Dark, Leutnant der "Schwarzen Strohhüte", glaubt an das Gute in jedem Menschen, auch in dem Ausbeuter Mauler, und bittet ihn um Hilfe. Mauler will Johanna beweisen, dass die Armen durch ihre Schlechtigkeit ihr Unglück selbst verschulden. Den Grund der Unmoral erkennt Johanna in der bitteren Armut der Arbeiter auf dem Schlachthof. Sie zieht mit den "Schwarzen Strohhüten" an die Viehbörse, um den Fleischmarkt zu stabilisieren. Ihr Eingreifen scheint zunächst erfolgreich. Doch Fleischkönig Mauler hat den Markt nur gerettet, um auch aus diesem Bör-senmanöver Profit zu schlagen. Zu spät erkennt Johanna, dass Maulers erneute Monopolstellung die Not in kurzer Zeit wieder vergrößern wird. Johanna bemüht sich um die Unterstützung der Arbeitslosen. Während der Vorbereitungen zu einem Generalstreik, wird Johanna jedoch Opfer einer Intrige…
Inszenierung: Wolfgang Hofmann
Ausstattung: Lars Peter
Ensemble: Sonja Dengler (
Schwarzer Strohhut), Christine Dorner (
Frau Luckerniddle), Heike Eulitz (
Johanna Dark), Hella-Birgit Mascus (
Graham), Laina Schwarz (
Martha); Sebastian Brummer (
Der Bursche), Stephan Clemens (
Arbeiter), Klaus Ebert (
Die Packherren), Guido Fuchs (
Pierpont Mauler), Patrick Heppt (
Sullivan Slift), Kay Krause (
Paulus Snyder/Die kleinen Spekulanten), Michael Schories (
Cridle), Sebastian Songin (
Meyers/Gloomb/Reporter/Die Viehzüchter), Dieter Strobel (
Lennox/Die Aufkäufer)