Pique Dame
Ballett von Sergei Vanaev nach der Novelle von Alexander Puschkin
Musik von Peter I. Tschaikowsky
PREMIERE: 3. Oktober 2009 / 19.30 Uhr / Großes Haus
"Drei, Sieben, As! Drei, Sieben, Dame!" Im Zimmer einer Irrenanstalt sitzt der unentwegt vor sich hin murmelnde Hermann, ein Ingenieur deutscher Abstammung. Er war ständiger Gast in den Spielsalons der Petersburger Gesellschaft ohne selber zu spielen, denn er sei nicht in der Lage, "das Notwendige zu wagen, um vielleicht das Überflüssige zu gewinnen". Eines Tages hört er eine geheimnisvolle Geschichte, die ihn nicht mehr loslässt: Gräfin Feodorowna hatte in sechs Monaten eine halbe Million verspielt. Weil sich ihr Mann weigerte, die Schulden zu begleichen, wandte sie sich an einen als Mystiker bekannten Grafen. Der nennt ihr drei Karten, sie seien unfehlbar. Tatsächlich: Die Gräfin gewinnt ihr ganzes Geld zurück. Hermann - der junge Bürgerliche mit skrupellosem Aufstiegsstreben und maßloser Geldgier, dessen Leben bisher Sparsamkeit, Mäßigung und Arbeit hieß - will das Geheimnis der drei Glückskarten erfahren. Um jeden Preis! Deshalb gaukelt er Lisa, der Gesellschafterin der alten Gräfin, Liebe vor und gelangt dadurch in das Haus und in das gräfliche Schlafzimmer. Trotz flehentlicher Bitten, ihm das Kartengeheimnis anzuvertrauen, schweigt die alte Frau und stirbt vor Schreck, als Hermann sie mit einer Pistole bedroht. In der folgenden Nacht verrät ihm im Traum die Gräfin die Glückskarten und als Bedingung für einen Gewinn, dass er nur alle vierundzwanzig Stunden eine Karte setzt, danach nie mehr spielt und Lisa heiratet. Hermann gewinnt - zweimal. Am dritten Tag aber blinzelt ihm statt des von ihm gesetzten As die Pique Dame höhnisch zu.
Die zwischen Wirklichkeit und Phantastik schwankende Spielernovelle "Pique Dame" erschien 1834, drei Jahre vor dem Duelltod von Russlands Nationaldichter Alexander Puschkin (1799-1837) und ist heutzutage hauptsächlich als Oper von Peter I. Tschaikowsky bekannt, aus dessen Werken Sergei Vanaev die Musik zusammenstellen wird.
Musikalische Leitung: Richard Fletcher
Choreographie: Sergei Vanaev
Bühnenbild: Sergei Vanaev / Johannes Bluth
Kostüme: Stephan Stanisic
Ensemble: Wen-Hua Chang, Vanessa Erdmann, Justyne Li-Sze Yeung, Anna Calvo Gómez, Maria Hoshi; Kai Braithwaite, José Martinez Grau, Pablo Sansalvador, Michael Scicluna, Kevin Yee-Chan