Herzog Blaubarts Burg / Dido und Aeneas

«Nacht bleibt es nun ewig, ewig, ewig…»
 
Im Operndoppelabend begegnen sich zwei herausragende Werke der Opernliteratur, wie sie unterschiedlicher in Musik und Handlung nicht sein könnten und die dennoch ein gemeinsames, ewiges Thema umkreisen: welche Erwartungen hat der Einzelne an die Liebe und wie tief darf man in die Seele des anderen blicken, ohne die Liebe zu zerstören? Auf der einen Seite steht Henry Purcells Oper aus dem Jahre 1689, die zu den bedeutendsten Werken des Barocks zählt. Sie handelt von der Liebe der sagenhaften Karthagerkönigin Dido zum Helden Aeneas. Böse Mächte versuchen, eine glückliche Verbindung der Liebenden zu verhindern - mit Erfolg. Aeneas, gehorsam den Göttern gegenüber, zieht auf deren Geheiß fort, um ihre vermeintliche Mission zu erfüllen, und lässt Dido allein zurück. Dido kann ohne Aeneas nicht weiterleben und begeht Selbstmord.
Auf der anderen Seite steht Béla Bartóks einzige Oper, entstanden 1911 in Budapest, ein musikdramatisches Zwiegespräch und spannendes Psychogramm einer fehl laufenden Liebesbeziehung. Blaubart lebt in seiner Burg mit ihren Kabinetten des Grauens und der Schönheit. Seine Einsamkeit fordert Judith heraus. Sie meint zu erkennen: Die Burg ist Blaubarts Seele. In sie will Judith eindringen. Ein fatales Verlangen.
 
BESETZUNG
 
Musikalische Leitung: Stephan Tetzlaff
Inszenierung & Ausstattung: Andrej Woron
Choreographie & szenische Mitarbeit: Martin Stiefermann
Choreinstudierung: Ilia Bilenko
Dramaturgie: Juliane Piontek
Mitarbeit Bühnenbild & Kostüme: Joanna Surowiec
 
 
HERZOG BLAUBARTS BURG
Oper von Béla Bartók
Text von Béla Balázs
Aufführung in deutscher Sprache
 
Judith                                         Sanja Anastasia
Blaubart                                     Werner Kraus
 
DIDO UND AENEAS
Oper von Henry Purcell
Aufführung in englischer Sprache mit deutschen Übertiteln
 
Dido                                           Ann Juliette Schindewolf
Aeneas                                       Peter Kubik
Belinda                                       Pinelopi Argyropoulou
2. Frau                                       Katharina Steinwachs
Zauberin / Geist                          Sanja Anastasia
1. Hexe                                      Marie-Christine Haase 
2. Hexe                                      Katharina Kühn
1. Matrose                                 Daniel Kim
 
PRESSESTIMMEN
 
"Dass die Frankfurter Oper eine Doppelpremiere mit "Herzog Blaubarts Burg" von Bartók und Henry Purcells "Dido and Aeneas" auf den Spielplan setzt, sollte nicht überraschen. Aber Bremerhaven? Doch seit der engagierte und das Experiment wagende Intendant Ulrich Mokrusch das Zepter in die Hand genommen hat, weht ein neuer Wind durch die Theaterflure: [...] Dabei schließt sozialer Anspruch künstlerischen Qualität nicht aus. Das zumindest legte das Bremerhavener Theaterensemble mit der Bartók-Purcell-Premiere auf beeindruckende, fesselnde Weise dar." (Frankfurter Allgemeine Zeitung)
 
"Zuerst Béla Bartóks düstere Oper "Herzog Blaubarts Burg", in der die frisch verheiratete Judith nach dem Betreten des Schlosses unbedingt sieben verschlossene Türen öffnen und mit der Kraft der Liebe Blaubarts Herz erleuchten will. [...] Woron stellt das Psychodrama in einen sexuellen Kontext und bietet dem Zuschauer verschiedene Interpretationsmöglichkeiten - 60 atemberaubend spannende Minuten mit vielen optischen, in das Drama eingebetteten Effekten. Als rätselhafter, bedrohlicher Herzog Blaubart ist Werner Kraus eine Idealbesetzung [...] Mit dramatischer Intensität und einem mitteilungsstarken Mezzo setzt Sanja Anastasia (Judith) starke Akzente" (Weser-Kurier)
 
"Auch nach der Pause bleibt es spannend. [...] Ann Juliette Schindewolf singt ihr herrliches Schlusslamento mit prachtvollem Pathos und üppiger Tonfülle, ihre Gegenspielerin, Sanja Anastasia, die Judith aus dem "Blaubart", hält ein wunderbares Gegengewicht." (NORDSEE-ZEITUNG)