Spartenübergreifendes Projekt nach der Semi-Oper von Henry Purcell und der Komödie von William Shakespeare
Am 1. Oktober 1911 wurde das Stadttheater Bremerhaven mit William Shakespeares «Ein Sommernachtstraum» eröffnet. Wir feiern den 100. Geburtstag mit einer ganz besonderen Fassung der berühmten Komödie: einem spartenübergreifenden Theaterabend, an dem Sängerinnen und Sänger, Schauspielerinnen und Schauspieler, das Ballett des Stadttheaters, der Chor und das Städtische Orchester beteiligt sind.
Henry Purcells 1692 uraufgeführte «Fairy Queen» verbindet Shakespeares Handlung mit musikalischen Szenen und großen Tableaus zu einem poetischen Traumspiel: Vier junge Liebende flüchten in den nächtlichen Wald, geraten in den Streit zwischen Elfenkönig Oberon und Königin Titania und werden von Puck verzaubert, so dass die Richtigen plötzlich die Falschen lieben. Erst im Morgengrauen, irgendwo zwischen Traum und Wirklichkeit, erkennt jeder sich selbst und den anderen - und die Liebe.
In einem Wald aus Gesang und zwischen tanzenden Elfen trifft Shakespeares poetischderbe Sprache auf die atmosphärische Musik des "Orpheus britannicus" Henry Purcell - ein barockes Theaterspektakel.
BESETZUNG
Musikalische Leitung: Stephan Tetzlaff
Inszenierung: Ulrich Mokrusch
Choreographie: Sergei Vanaev
Bühne: Eva Humburg
Kostüme: Claudia Kuhr
Choreinstudierung: Ilia Bilenko
Dramaturgie: Sibille Hüholt / Juliane Piontek
Regieassistenz & Abendspielleitung: Sebastian Glathe
Soufflage: Mareike Zill
Inspizienz: Regina Hube
Regiehospitanz: Hannah Burkhardt
Bühnenbildhospitanz: Susanna Leikam
Feen: Pinelopi Argyropoulou, Lilli Wünscher, Ann Juliette Schindewolf
Die Theatertruppe:
Zettel: Peter Kubik
Flaut: Ziad Nehme
Schnock: Daniel Kim
Schlucker: Andrey Telegin
Oberon: Jose Martinez Grau
Titania: Leticia Forattini Martins / Elizabeth Towles
Puck: Vera Kasimir
Hermia: Kika Schmitz
Helena: Mira Tscherne
Lysander: Walter Schmuck
Demetrius: Sebastian Zumpe
Opernchor des Stadttheaters Bremerhaven
Ballett des Stadttheaters Bremerhaven
Städtisches Orchester Bremerhaven
REZENSION
" Dem regieführenden Intendanten Ulrich Mokrusch gelang das imponierende Kunststück, alle drei Sparten in William Shakespeares "Sommernachtstraum" und Henry Purcells barocker Revue-Musik "The Fairy Queen" zusammenzufügen.
[...] Eine durch und durch geglückte Gemeinschaftsleistung." (Sebastian Loskant; NZ 19.09.2011)
"[…]Das jetzige Ensemble ist eine leistungsfähige Gemeinschaft, und Intendant Ulrich Mokrusch hat als Regisseur des Shakespeare-Purcell-Abends für seine Sänger, Schauspieler und Tänzer ein ebenso dankbares wie reizvolles Stück zusammengezimmert. […]
Das Ergebnis ist ein sehens- und hörenswerter, ein erlebenswerter Theaterabend, stimmungsvoll und abwechslungsreich, packend in seiner Dramatik, erfrischend in der Komik, berührend in den leisen Momenten. Schlicht aber wirkungsvoll, das funktional gestaltete Bühnenbild (Eva Humburg) […]
Mokrusch führt seine Sänger und Schauspieler, sensibel, den Charakteren und Situationen angemessen:
Ehr dramatische Aktionen für die Liebenden, die von Schauspielern verkörpert werden, Ruhe und Ausgeglichenheit bei den getragenen Gesängen der allegorischen Figuren, muntere quirlige Bewegungen in den Buffoszenen […]
Für den Bereich der Geisterwelt um Oberon und Titania zuständig ist die Choreografie von Sergei Vanaev, der keine zarten Mendelson-Elfen auf die Bühne stellt, sondern mit rhythmisch betonten Bewegungen arbeitet […]: Eben Elfen aus dem Norden. […]
Die beiden Liebespaare (Kika Schmitz, Mira Tscherne, Walter Schmuck und Sebastian Zumpe) überzeugen […] am stärksten durch ihre Körpersprache, kulminierend in einer atemberaubenden Verfolgungsjagd quer durch das Gestänge des Zauberwaldes. […]
Die Sänger, vertreten mit Peter Kubik, Ziad Nehme, Daniel Kim und Andrey Telegin die Theatertruppe, wobei besonders Daniel Kim mit weichem Tenor und zarter Stimmgebung sowie der profunde Bass Andrey Telegin auf sich aufmerksam machen. […]
Das Orchester, wie immer zuverlässig geleitet von Stephan Tetzlaff, zeigte sich durchaus bewandert im Umgang mit einer barocken Partitur, spielte durchsichtig und rhythmisch exakt und bereitete so den Rahmen für einen Abend, der vom Publikum mit frenetischem Überschwang bejubelt wurde."
(Gerhart Asche, Weser Kurier, 19.09.2011)