Crazy for you

Das neue Gershwin Musical/ Buch von Ken Ludwig / Gesangstexte von George und Ira Gershwin / Konzeption von Ken Ludwig und Mike Ockrent unter Verwendung von Material von Guy Bolton und John McGowan / Musik von George Gershwin / Deutsche Übersetzung der Dialoge von Markus Hertel und Stefan Huber
 
Bobby Child - der Name verrät alles: Der verwöhnte Kindskopf einer reichen New Yorker Bankiersfamilie zeigt keinerlei Ambitionen, Banker und solider Ehemann zu werden. Der Junge ist verrückt: Crazy for you - aber nicht nach normalen Mädchen, sondern nach den Show-Girls vom Broadway, die einen schwindelig steppen können. Schon lange nervt er den berühmten Produzenten Bela Zangler, ihm ein Vortanzen zu gewähren. Doch stattdessen wird Bobby von seiner ehrgeizigen Mutter in die Wüste geschickt - in das gottverlassene Nest Deadrock in Nevada, um dort ein bankrottes Theater abzuwickeln.
Bobby wittert seine Chance: Mit einer grandiosen Show will er die Bühne retten und gibt sich als Bela Zangler vom Broadway aus.
 
Mit George Gershwins Hits wie «Shall we dance» oder «I got rhythm» wird «Crazy for you» zu einem großartigen Musical- und Stepdance-Erlebnis. Ken Ludwigs Neufassung des Gershwin-Musicals «Girl Crazy» von 1930 ist eine schräge Western-Parodie und zugleich eine der mitreißendsten musikalischen Broadway-Komödien der letzten Jahre.
 
BESETZUNG
 
Musikalische Leitung: Stephan Tetzlaff
Inszenierung: Roland Hüve
Choreographie: Jochen Schmidtke
Ausstattung: Eva Humburg
Choreinstudierung: Ilia Bilenko
Dramaturgie: Juliane Piontek
Regieassistenz & Abendspielleitung: Sebastian Glathe
 
Bobby Child: Philippe Ducloux
Bela Zangler: Ziad Nehme
Lank Hawkins: Peter Kubik
Polly Baker: Filipina Henoch
Everett Baker: Andrey Telegin
Irene Roth: Ann Juliette Schindewolf
Eugene Fodor: Werner Kraus
Patricia Fodor: Lilli Wünscher
Bobbys Mutter: Isabel Zeumer
Mingo, Cowboy: Daniel Kim
Moose, Cowboy: Róbert Tóth
Sam, Cowboy: Vladimir Marinov
Harry, Cowboy: Lukas Baranowski
Tess, Choreographin: Pinelopi Argyropoulou
8 Follies Girls: Damen des Balletts
Pete, Cuscus, Jimmy, Wyatt: Herren des Balletts
 
Damen des Opernchores des Stadttheaters Bremerhaven
Städtisches Orchester Bremerhaven
 
PRESSESTIMMEN
 
"[…] Was dieses Ensemble als Einheit leistet, verdient höchste Anerkennung. Regisseur Roland Hüve und erst recht Choreograf Jochen Schmidtke haben nicht nur die Tänzerinnen und Tänzer zu einem Höhenflug getrieben:
Stepptanz und Gesang sind für sie ungewohnte Pflichten. Die Zuschauer spüren, wie viel Zeit und Arbeit für solch spielerische Perfektion aufgewendet wurde, und honorieren das Ergebnis mit Zwischenapplaus. Davon profitieren auch die vier ihren öden Alltag besingenden Cowboys mit Daniel Kim: als langzöpfiger, gemütlicher, Sterbeszenen übender Indianer ist er die witzigste Figur des Quartetts.
Im Mittelpunkt der Handlung stehen Filipina Henoch als attraktive Polly und Philippe Ducloux als um sie werbender Bobby. Beide sind schauspielerisch, tänzerisch und stimmlich eine Freude für Auge und Ohr.
Ann Juliette Schindewolf verblüfft als Irene mit spitzer Zunge und robuster Schlagfertigkeit nicht nur den schießwütigen Saloonwirt Lank: Peter Kubik kriegt einiges ab.
Pinelopi Argyropoulou, als Tess, Vortänzerin der "Zangler Follies", erliegt schließlich den Versprechungen ihres Chef Bela, gespielt von Ziad Nehme, dessen nächtliche Begegnung mit seinem Double - Bobby in Bela Zangler Maskerade - zum Slapstickknüller gerät. Das Spiel mit Paaren wird vervollständigt durch Lilli Wünscher und Werner Kraus Mrs. und Mr. Fodor, very British indeed, sowie Isabel Zeumer als Bobbys naiv-resolute Mutter und Andrey Telegin als Pollys renovierungsbedürftiger Vater. Happy Ends in mehrfacher Ausgabe also.
Das Drumherum ist so pointen- und einfallsreich inszeniert, die Stepptanznummern strahlen so viel Enthusiasmus aus, die Szenerien sind so liebevoll persiflierend aufgebaut, und das Städtische Orchester unter Stephan Tetzlaff musiziert in so guter Form, dass "Crazy for you" der Renner der Spielzeit werden dürfte. Gerschwins Musik ist eben so jung und belebend wie in jenen Tagen, da er sie schrieb. Jazzfreunde wussten das schon immer."
(NZ 31.10.2011)