Schauspiel von Jan Neumann
Auf dem Hauptbahnhof einer mittelgroßen Stadt wird ein Sprengstoffanschlag verübt. Das "normale" Leben gerät mit einem Mal völlig aus den Fugen. Während das minutiös geplante Leben des Inhabers einer Werbeagentur ein jähes Ende findet, sucht ein Augenzeuge im Internet nach Antworten auf das Unfassbare.
In «Fundament» treffen fünf unterschiedliche Lebensentwürfe aufeinander, die auf schicksalhafte Weise für immer miteinander verknüpft bleiben. In einer globalisierten Welt, in der nichts und scheinbar doch alles miteinander zusammenhängt, werden die Fundamente des Lebens in dem kurz aufflammenden Moment der Katastrophe erschüttert. Was bleibt, ist die Suche nach dem Sinn des Lebens und eine unerschütterliche innere Sehnsucht.
Ausstattung: Eva Humburg
Dramaturgie: Natalie Driemeyer
MIT
Sascha Maria Icks
Isabel Zeumer
Martin Bringman
Andreas Möckel
Walter Schmuck
PRESSESTIMMEN
"Tralala-lustig gut drauf und barfüßig geerdet entwickelt das Darstellerquintett aus einer chorischen Gruppensituation heraus die Spaßmöglichkeiten des Textes in lockerer TV-Sitcom-Manier, ironisiert die auktoriale Sicht der Dinge in den Erzählpassagen, begleitet mit pantomimischen Gags die Monologe und übersetzt Dialogisches in kabarettistische Spielszenen. (...) Überhaupt gelingt das Switchen von Rollen und Erzählhaltungen höchst virtuos, immer eingebunden in eine Choreographie des Sprechens und gestisch-mimischen Kommentierens. Erik Altorfers Inszenierung gibt dem Text so ein Fundament, zeigt, dass er mehr ist als eine flott dahinimprovisierte Szenencollage." (Die Deutsche Bühne)
"Im kleinen Haus des Stadttheaters beginnt Jan Neumanns (Jahrgang 1975) kunstvoll verwobenes Schauspiel "Das Fundament" mit fünf Akteuren, die in einem Prolog abwechselnd zu bunt tanzendem Licht und sanften beats vom Flug der Taube erzählen. Nur drei von ihnen überleben die Begegnung mit dem Friedensvogel, der Bahnhof wird zum Ziel eines Sprengstoffanschlags.
Zuvor aber bleibt Zeit, um mit allen Mitteln des Theaters in mehr oder weniger weit zurückblickenden Szenen vom Leben der sich zufällig an diesem Ort begegnenden Protagonisten zu berichten. (…)
Fünf Lebensläufe und die Macht des Zufalls: Regisseur Erik Altorfer beweißt, dass er sich auf die Inszenierung zeitgenössischer Stücke versteht. Das Tempo stimmt, die Balance zwischen Grauen und Groteske gelingt, das Ensemble zieht zwischen den immer wieder neu angeordneten Bühnenelementen (Ausstattung: Eva Humburg) blendend mit. Nach und nach schleichen sich Zwischentöne in die klischeehaften Figuren ein, wird bis zum Epilog zum Bach-Choral "Komm, o Tod, du Schlafes Bruder" deren eigentliche Substanz angedeutet.
So paradox das auch klingen mag: Für die Zuschauer ist die anderthalbstündige Achterbahnfahrt durch die Befindlichkeiten der fünf Anschlagsopfer in erster Linie sehr unterhaltsam. Und wenn man anschließend ein bisschen nachdenklich nach Hause geht, kann das ja eigentlich auch nicht schaden." (SJ)
"Das ist durchaus anrührend, wie überhaupt diese Geschichte ein wilder Ritt durch Emotionen und Assoziationen ist, dabei strukturiert und filigran inszeniert über gut anderthalb Stunden. Wie die fünf Darsteller, zwei Damen, drei Herren, die Erzählstränge kurztaktig untereinander weiterspinnen und das Erzählte pantomimisch unterfüttern (...)
Und zur Premiere gab´s anhaltend kräftigen Beifall im fast ausverkauften Saal. Sehr empfehlenswert!" (Nordwestradio)