Kinder- und Jugendtheater
Angebote für Kinder in der Spielzeit 2011/2012
Premiere am 09. Oktober 2011, JUP!, ab 4 Jahren
Herr Fuchs mag Bücher
von Gertrud Pigor
"Was möchten Sie, Gedichte oder Tiergeschichten? - Ja. Alles."
Herr Fuchs liebt Bücher über alles. So sehr, dass er sie am liebsten alle auf einmal verschlingen würde. Geht nicht, klar. Aber man könnte sie ja so nach und nach verputzen. Mit ordentlich Salz und Pfeffer gewürzt, durch den Fleischwolf gedreht, mit Ketchup garniert … Moment! Soll das etwa heißen, der frisst die Bücher auf? Frau Karin von der Bibliothek hat da so einen Verdacht und erteilt ihm erstmal Hausverbot. Das ist hart. Herr Fuchs ist verzweifelt. Und so fällt ihm nichts Besseres ein, als eine Buchhandlung zu überfallen. Das hat natürlich Konsequenzen - so ernste wie komische.
Die Reise des kleinen Herrn Fuchs durch die Welt der Bücher ist voller sprachverspielter Lieder und ein Genuss für Leseratten und alle, die es werden wollen!
In Kooperation mit der Stadtbibliothek Bremerhaven
Regie: Christian Müller studierte Theaterwissenschaft und Kulturwissenschaften in Leipzig. Nach Hospitanzen in Chemnitz, Leipzig und am Burgtheater Wien folgten Regieassistenzen in Ingolstadt und an der Schaubühne Berlin. Ab 2007 war er fester Regieassistent am Jungen Ensemble Stuttgart und inszenierte dort erfolgreich Stücke für Jugendliche. Seit 2010 arbeitet er als freier Regisseur.
Uraufführung am 25. November 2011, Großes Haus, ab 6 Jahren
Momo
Familienstück nach Michael Ende
Für die Bühne bearbeitet von Maria-Elena Hackbarth und Alexandra Luise Gesch
"Ich komme von der Zeit-Spar-Kasse."
In der Stadt erscheint eines Tages aus dem Nirgendwo das kleine Mädchen Momo, das eine besondere Gabe hat: es hört den Menschen zu. Und zwar so, dass dummen Leute kluge Ideen kommen, dass Schüchterne mutig werden und Unentschlossene wissen was sie tun. Während Momo immer mehr Freunde findet, beginnen geheimnisvolle graue Herren die Menschen zu überreden, ihre wertvolle Zeit auf speziellen Konten anzulegen. "Sparen" ist das Zauberwort. Doch wer spart, hört auf zu singen, verschenkt keine Blumen und hat kein Ohr mehr für seine Mitmenschen … Nach einem Besuch bei Meister Hora, dem Hüter der Zeit, versucht Momo gemeinsam mit der Schildkröte Kassiopeia und ihren Freunden gegen die grauen Herren vorzugehen.
Michael Endes Roman von 1973 ist heute aktueller denn je. Wie und mit wem verbringen wir unsere Zeit? Welche Prioritäten setzen wir und vor allen Dingen: können wir Zeit tatsächlich sparen?
Die Regisseurin Maria-Elena Hackbarth inszenierte hier am Haus in der letzten Spielzeit sehr erfolgreich das Jugendstück "Türkisch Gold". Sie arbeitet regelmäßig am Theater Baden-Baden und prägte dort maßgeblich von 2004 bis 2009 als Theaterpädagogin und Regisseurin das Kinder- und Jugendtheater im TIK.
Uraufführung am 14. Juni 2012, JUP!, ab 11 Jahren
Nennt mich Pip - Das Meer in uns
von Lee Beagley und Anna Siegrot, inspiriert durch den Roman Moby Dick von Herrmann Mellville
"Nennt mich Pip."
Pip ist Schiffsjunge auf dem Walfänger Pequod des berühmten Kapitän Ahab. Er erledigt die lästigen Jobs und spürt jede Sekunde: Alle auf dem Schiff sind mächtiger als er; das Meer ist mächtiger als er; der Wal, hinter dem Ahab herjagt, ist mächtiger als er. In einem Moment der Verzweiflung wirft er sich in die See und hat dabei eine Vision, die ihn nicht mehr los lässt. Nach seiner Rettung macht er die Crew langsam verrückt mit seinen merkwürdigen Prophezeiungen, die keiner richtig deuten kann: Ein kleiner Junge mit der Weisheit des Himmels und dem Tosen des Meeres in seinen Gedanken. - Am Strand warten derweil die Ehefrauen der Crewmitglieder. Doch ihre Männer werden von der Jagd nach dem Wal nicht mehr zurückkehren. Pip steigt hinab zu den Toten auf den Grund des Meeres und schickt von dort eine Flaschenpost …
Das Stück zeigt, wie junge Menschen in Abenteuer geraten. Abenteuer, die sie nicht selbst gewählt haben. Mit Elementen aus Hip Hop, Rap, Chorgesängen und Artistik, erzählt es vom Schiff, vom Meeresgrund und vom Strand und spannt einen eindrucksvollen Bogen um die Grundgeschichte des Kapitän Ahab, der in seinem Wahn alle an einen Ort führt, von dem sie niemals zurück kommen.
Der Brite Lee Beagley arbeitet als Schauspieler, Regisseur und Autor und realisierte in den letzten Jahren internationale Produktionen für Kinder, Jugendliche und Erwachsene, oft eigene Fassungen von weltbekannten Stoffen. Er inszeniert regelmäßig in Portugal und an der Bremer Shakespeare Company und seine Inszenierungen wurde mehrfach mit dem Best Fringe Award ausgezeichnet.
Anna Siegrot studierte Theater Design an der Central School of Speech and Drama in London. Das Studium umfasste Bühnenbild, Kostümbild, Beleuchtungsdesign und Figurenbau. Seit 1999 arbeitet sie als freischaffende Ausstatterin an verschiedenen Bühnen des In- und Auslands, darunter Amsterdam, London und Salvador de Bahia, Brasilien. Zudem arbeitet sie als Librettistin und Autorin von Theaterstücken, ist an der Theaterschule ESMAE, Porto tätig und arbeitet in Portugal seit 2006 als Ausstatterin und Produktionsleiterin der internationalen Theaterkompanie
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Gastspiel
Mobile Produktion, ab 7 Jahren
Johnny
Hübner greift ein
von Hartmut El Kurdi
Wenn Menschen vor lauter Spannung in die Geschichten fallen, die sie lesen, kann nur noch eins helfen: Johnny Hübner und sein Mobiles-Geschichten-Rettungs- Kommando. Johnny benötigt auch die Unterstützung der Zuschauer, um seinen aktuellen Fall - Bücherfan Olga - wieder raus zu hauen. Die hat sich so über den Piraten Bert Braunbart aufgeregt, dass der böse aus dem Buch schaute und sie geradewegs auf die Planken seines Piratenschiffes zog.
"Regisseur Hartmut El Kurdi setzt auf schnelle Szenenwechsel, witzige Sprache und ulkige Figuren. Eben die weiß Schauspieler Bastian Thurner in diesem Ein-Mann- Stück prächtig in Szene zu setzen." (WR)
Johnny Hübner kommt im Mai 2012 in die Grundschulen des Nordens!
In Kooperation mit der Stadtbibliothek Bremerhaven
Angebote für Jugendliche in der Spielzeit 2011/2012
Premiere am 19. Januar 2012 (geschlossene Vorstellung)
Mobile Produktion fürs Klassenzimmer, ab 14 Jahren
Arm aber sexy
Klassenzimmerstück von Jörg Menke-Peitzmeyer
"Ich habe festgestellt, dass meine einzigartige Wirkung gerade darauf beruht, dass mir nichts peinlich ist, absolut nichts."
Kim betritt das Klassenzimmer und bietet die neueste Ausgabe der von ihr gestalteten Zeitung "Arm aber sexy" an. Sie weiß genau wie die Medien funktionieren: SEX SELLS. Doch ohne Frühstück im Magen ist das Verkaufsgespräch nicht gerade von Erfolg gekrönt. Also ändert sie die Taktik und erzählt ihre Geschichte: Sie spricht von ihrer Armut, ihrer Scham und ab wann ihr nichts mehr peinlich war. Sogar ein Leben im Knast erscheint ihr mittlerweile verlockend, weil es da dreimal täglich Essen gibt, jede Menge Sozialkontakte und man vielleicht auch eine Ausbildung machen kann. Denn eigentlich träumt sie ja von einem Beruf "in Weiß" …
Das Stück zeigt auf entlarvende Weise, wie unsere Gesellschaft mit dem Thema
Armut umgeht und bietet viel Stoff für eine anschließende Diskussion.
In Kooperation mit der Geschwister Scholl Schule Bremerhaven
Der Autor und Regisseur Kevin Emanuel Osenau war als Schauspieler und
Regisseur u. a. an der Badischen Landesbühne Bruchsal und am Landestheater Linz
beschäftigt.
Uraufführung am 03. März 2012, JUP!, ab 15 Jahren
Feiert! Facebookt! Folgt!
oder Ich möchte Teil einer Jugendbewegung sein
von Holger Schober
In was für einer Welt leben wir eigentlich? Also wir Jungen und ihr Alten? Deutschland 1920, 1969 und 2011. Wie haben sich die Ideale, Wünsche, Gesellschaftskritiken und Lebensweisen von Jugendlichen in den letzten 100 Jahren eigentlich verändert? Wir begegnen Muck Lamberty und seiner `Neuen Schar´, die singend und tanzend von Ort zu Ort zieht und eine Revolution der Seele predigt. Wir lernen die Kommune 1 kennen, die aus dem ideologischen mit dem Hintergrund gegründet wird, dass aus der Kleinfamilie der Faschismus entsteht. Und wir schließen uns in facebook zu Gruppen zusammen, die für und gegen Alles sind! Das Stück ist eine Reise durch die Zeit, eine Reise durch eine Zeit, die vielleicht immer gleich ist …
Garniert mit Musik und krawallig - peacigen Protestsongs, geht dieses Auftragswerk der spannenden Frage nach, was Jugendbewegung eigentlich ist und welchen Sinn sie macht.
Der österreichische Autor, Regisseur und Schauspieler Holger Schober wurde mehrfach ausgezeichnet für seine Jugendtheaterstücke und war nominiert für den renommierten Faust-Preis und das Deutsche Kinder- und Jugendtheatertreffen in Berlin.
Der Regisseur
Kevin E. Osenau studierte von 2002 bis 2006 Film- und Theaterregie an der Athanor Akademie für Darstellende Kunst Burghausen.
Ab 2007 war er für zwei Spielzeiten als Regieassistent, Regisseur, Choreograf, Schauspieler und Autor an der Badischen Landesbühne Bruchsal engagiert. Hier inszenierte er u.a. die Kindertheaterstücke »Eine Woche voller Samstage« von Paul Maar, »Ali Baba und die vierzig Räuber« von Dietrich Taube und »Ein Schaf fürs Leben« von Maritgen Matter. Auch brachte Osenau eigene Theatertexte auf die Bühne - etwa sein Klassenzimmerstück »Siegfried«, das 2008 vom stückgut Bühnen- und Musikverlag verlegt wurde.
Nach Tätigkeiten als freier Regisseur, Schauspieler und Choreograf arbeitete Osenau in der Spielzeit 2010/2011 als Regisseur, Regieassistent, Dramaturg und Theaterpädagoge am u\hof: Theater für junges Publikum des Landestheaters Linz.
Mit seinen Inszenierungen war Kevin Osenau bereits zu mehreren Theaterfestivals im In- und Ausland eingeladen. Neben seiner praktischen Theaterarbeit, die sich an ein junges Publikum richtet und den Schwerpunkt seines Schaffens bildet, hat Kevin Osenau auch mehrere eigene Kurzfilmprojekte realisiert sowie u.a. als Darsteller an verschiedenen Filmproduktionen mitgewirkt.
Am Stadttheater Bremerhaven inszeniert Kevin Osenau erstmals in der Spielzeit 2011/2012 für die jungen Zuschauer.
Premiere am 20.04. 2012 in der theo, ab 14 Jahren + mobile Produktion
Charra - ich bin dann immer noch da
nach Motiven des Films "La journée de la jupe" von Jean-Paul Lilienfeldt,
in einer Fassung von Alexandra Luise Gesch
Sonja ist attraktiv. Sie ist intelligent, sie hat studiert, sie zeigt Engagement und
Nerven. Und sie ist Tag für Tag den Respektlosigkeiten und Demütigungen ihrer Schüler ausgesetzt. Guter Wille und Engagement von Seiten der Lehrer scheinen nicht mehr auszureichen, um die Klassen in Schach zu halten. Als ihr eines Tages plötzlich die Waffe eines Schülers in die Hände fällt, eröffnen sich ihr radikal neue Unterrichtsmöglichkeiten …
Das Stück demonstriert am Beispiel 'Mikrokosmos Klassenzimmer' die Fragilität einer sozialen Ordnung und gesellschaftlicher Systeme. Es spielen die schauspieler des JUP! und zwölf Schüler der Werkstattschule.
Eine Kooperation mit der Werkstattschule (SCHiPS), dem afz & der TheaTheo Bremerhaven, gefördert durch den Präventionsrat der Stadt Bremerhaven.
Martin Kemner ist Bremerhavener und engagiert sich neben seinen künstlerischen Tätigkeiten, die ihn durch die gesamte Bundesrepublik führen, seit 12 Jahren im Bereich der kulturellen Bildung, in dem er Bremerhavener Schülern theatral unter die Arme greift. Seit 2008 leitet er das Theater und medienpädagogische Projekt afz-TheaTheo.
Das Stadttheater Bremerhaven ist seit der Spielzeit 2000/2001 Mitglied des ASSITEJ e.V. der Bundesrepublik Deutschland.
Die
ASSITEJ
(Association Internationale du Théâtre pour l'Enfance et la Jeunesse) ist die Internationale Vereinigung des Theaters für Kinder und Jugendliche. Ziel dieses Vereins ist: Die kulturpolitische Gewichtung des Theaters für Kinder und Jugendliche zu stärken und die künstlerische Entwicklung und Tendenzen auf nationaler und internationaler Ebene zu beobachten, zu reflektieren und durch Tagungen, Seminare, Theatertreffen und Symposien zu fördern.
Ein profiliertes Theater für Kinder und Jugendliche zu präsentieren, ist ein erklärtes Ziel des Stadttheaters Bremerhaven, das mit der Anbindung an diesen deutschlandweiten Verbund gestärkt wurde.