Elektra Foto
Elektra Foto 2
Elektra Foto 3
Elektra Foto 4
Elektra Foto 5

Pressestimme:

"Sophokles 'Elektra' ist das Drama zweier in tödlichem Hass verstrickter Frauen: Mutter Klytaimnestra (wie immer überzeugend: Sascha Maria Icks) und Tochter Elektra trachten sich gegenseitig nach dem Leben. Jennifer Sabel als Rachefurie zieht alle Register. [...] Pylades (Patrick Schimanski) begleitet musikalisch mit seinen Trommeln das fatale Geschehen und sorgt mit seinen mal krachigen, mal leisen Beats für Gänsehaut. [...] Selbst wenn Niehaus in die blutigen Tiefen der antiken Tragödie hinabsteigt, zerrt der Regisseur die Figuren ins Heute. [...] Und sie sprechen auch eine Sprache, die recht eingänglich ist. Niehaus greift wieder auf eine Übersetzung von Simon Werle zurück. Für seine Sophokles-Show, die die alten Griechen auch Einsteigern schmackhaft macht, benötigt er nur 95 Minuten. [...] Und das grandiose Ensemble schafft es wunderbar, sich mit dem Publikum in einen Text zu begeben, der in einer fremden Welt spielt. [...] Wer den Weg ins Stadttheater nicht findet, der verpasst auf jeden Fall einen großartigen Theaterabend. (Anne Stürzer, Nordsee-Zeitung, 26. Mai 2014)

"Jennifer Sabel spielt dieses wütende Frauenpendant zum Müttersöhnchen Ödipus sehr konzentriert, kraftvoll und stimmgewaltig. Ihre Gestaltung eines Vatertöchterchens, das sich - wie alle Melancholiker - am Verlust eines Liebesobjekts verschluckt hat, trägt den mit anderthalb Stunden Aufführungsdauer wohltuend kompakten Abend und dessen enormes Textvolumen souverän. Ihre Rage belfert sie von einem der über die Bühne ragenden Stege unmittelbar in den Zuschauerraum. Ihre überwiegend blicklosen Wortgefechte mit der Gegenspielerin Klytaimnestra (ebenfalls von hoher Sprechkultur: Sascha Maria Icks) richten sich mithin direkt und ohne Umschweife an die Furcht- und Mitleid-Adressaten." (Hendrik Werner, Weser Kurier, 26. Mai 2014)

"Elektra kann dazu wie Hamlet nicht schweigen. Sie höhnt die Geschichtsvergessenheit, will an die Notwendigkeit des Erinnerns erinnern. Ständig ist sie auf Konfrontationskurs. Zum Dämonenweib oder Hassmonster bläht Jennifer Sabel die Rolle aber nicht auf, ist ganz Trauernde, empört Vermissende, wütend erfüllt vom Verlust – und beflügelt von der nervösen Hast des Aufbegehrens. In ihrer pubertären Kompromisslosigkeit will sie das Recht und die Rache zusammenzwingen. […] Die Übersetzung von Simon Werle ist eine Auftragsarbeit des Theaters. Und eine sehr gelungene. Statt mit romantisch wabernden Wortwolken, modischem Formulierungspep oder psychoanalytischer Interpretation das Archaische zu verkleinern, erfindet er eine in ihrer Kargheit kraftvolle Kunstsprache, die mit poetischer Klarheit den zu formulierenden Gedanken folgt, in der Fremdheit einem doch sehr nah. Ein Duktus, an den auch Niehaus als Regisseur andockt, setzt er doch konzentrierend lieber auf die Sprechakte des Seelengrolls denn auf seine Taten. Der antike Mythos wird so aus sich selbst heraus lebendig. Musiker Patrick Schimanski tuschwirbelt zwar akustische Ausrufezeichen, grundiert aber meist so dezent wie einfühlsam mit perkussionierten Filmmusikeffekten. […] Erfrischend unentschieden wurden die Umgangsformen mit der Vergangenheit verhandelt – ebenso nachvollziehbar fair, bis auf Aigisthos, alle Figuren behandelt: von einem beeindruckend homogenen Ensemble. (Jens Fischer, nachtkritik, 24. Mai 2014)