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Pressestimmen:

«In Weigners Inszenierung wird viel getanzt und gewitzelt, wie man es in einer Operette erwarten darf. Deutlich wird aber, dass die Fröhlichkeit oft ein ‹Lachen unter Tränen› ist. Es ist eine sehr stimmige Sicht auf Kálmáns Werk, bei der die veränderten Blickwinkel überraschend gut aufgehen. [...] Bremerhaven verfügt über ein Ensemble, das die sängerischen und spielerischen Anforderungen dieser Operette hervorragend umsetzen kann. [...] Hartmut Brüsch am Pult des Städtischen Orchesters tunkte die Musik mit vielen Rubati zunächst in sentimentale Gefilde (mit dem Abschied von der Heimat legitimiert), um dann zu schwungvoller, schlanker Lesart zu finden. Eine sehenswerte Produktion!» (Weser Kurier, 17.02.2014, Wolfgang Denker)

«In Ansgar Weigners Inszenierung der Gräfin Mariza von Emmerich Kálmán liegt die ungarische Puszta weit weg. Der Regisseur verlegt die Geschichte an Bord eines Ozeandampfers im Jahr 1940, und flugs erscheint diese nostalgiesatte Operette fern aller Heimatfilmtümelei so intelligent wie stürmisch entstaubt. Die erste Szene passt nirgendwo besser als in der Seestadt, sie scheint direkt aus dem Deutschen Auswandererhaus ins Große Haus transportiert: Vor einer riesigen Schiffswand  das beeindruckende Bühnenbild stammt von Christian Floeren  nehmen bedrückte Passagiere Abschied vom alten Europa, der herzige Kinderchor singt dem Pastor (Róbert Tóth) adé. Das Schiffshorn ertönt, der Schiffsrumpf entschwebt  und alle finden sich an der Treppe zum Oberdeck wieder. [...] Mariza  von Katja Bördner wunderbar zwischen Hochmut und emotionaler Unsicherheit angelegt - ist die Tochter eines jüdischen Bankiers, ihr Vertrauter Fürst Populescu ein schwuler Lebemann. Oliver Weidinger spielt, gewitzt und elegant am Klischee, einen Dandy zum Schmunzeln. Von Tassilo erfahren wir, dass er vor dem Kriegsdienst floh: Aus dem Verwalter des Originals ist ein Kabinensteward geworden, und Charmeur Tobias Haaks führt in seinen Tenorhits wie Komm, Zigan, nicht nur die Chordamen zum Mitsingen. Das Herz des Mariza-Anbeters Baron Zsupán schlägt für die Arbeiterklasse. Thomas Burger tritt mit runder Brille und Kinnbärtchen als putziger Leo Trotzki an, seine kommunistischen Parolen verbreiten Heiterkeit. Nur Tassilos Schwester Lisa, Zsupáns spätere Braut und hier Marizas Gesellschafterin, kommt etwas kurz: Franziska Krötenheerdt macht das mit Spielfreude wett, etwa beim Duett vom Kinderkriegen. Überhaupt zieht Weigner in der Personenregie alle Operettenregister: Sechs Tänzer aus Sergei Vanaevs Ballett sorgen für Pep, der Chor von Jens Olaf Buhrow schaukelt seekrank herum. Die suggestive Wahrsagerin der Svetlana Smolentseva tritt in einem sagenhaften Trödler-Fummel auf (Kostüme: Stefanie Stuhldreier), Vasilij Rusnak als Stehgeiger fiedelt beim Csárdás auf hoher See das Heimweh hoch.» (Nordsee-Zeitung, 17.02.2014, Sebastian Loskant)