Pressestimmen

«Das Publikum sitzt, ebenso wie das 25-köpfige Philharmonische Orchester unter dem präzise koordinierenden Kapellmeister Ido Arad am Rande dieses Rondells. In der Mitte beschäftigen sich fünf Köche – die Sopranistinnen Regine Sturm und Patrizia Häusermann, die Tenöre Thomas Burger und Tobias Haaks sowie Bariton Filippo Bettoschi – mit Thai-Suppen und der Geschichte, die sie mal erzählen, mal spielen. […] Die Sänger wechseln rasch die Rollen. […] Die irrwitzigsten Rollen hat Thomas Burger: Er spielt sein Talent als lüstern kichernder Opa ebenso grandios aus wie als die für Freier bauchtanzende ‹Grille›. Ja, es gelingt ihm dabei, die Groteske in Verzweiflung und damit in Anteilnahme beim Zuschauer umschlagen zu lassen. [Am Ende wendet sich das Stück] von der Überzeichnung […] ins Märchenhafte. […] Hier hat nicht nur Regine Sturm unter Glockengeläute einen ‹erhebenden› Auftritt, Mokrusch lässt dazu 36 chinesische Lampions vom Bühnenhimmel schweben. Ein Effekt, der dem anwesenden, mit Beifall überschütteten Komponisten besonders gut gefiel. Er hat eh nur Lob für die Umsetzung seiner zwei Jahre alten, komplexen Partitur übrig.» (Nordsee-Zeitung, Sebastian Loskant, 6. Juni 2016)

«Mit den Sopranistinnen Regine Sturm und Patrizia Häusermann, den Tenören Thomas Burger und Tobias Haaks, sowie dem Bariton Filippo Bettoschi präsentierte sich in dieser Produktion ein gesangtechnisch souveränes und wunderbar harmonierendes Solisten-Quintett, das sich zudem durch hervorragende Textverständlichkeit und schauspielerische Qualität auszeichnete. Das bestens präparierte Philharmonische Orchester Bremerhaven unter Ido Arad setzte die oft rhythmisch vertrackte Partitur beeindruckend um. Dem Stadttheater Bremerhaven ist mit Peter Eötvös’ Goldenem Drachen eine inszenatorisch kluge und sensible sowie musikalisch hochrespektable Arbeit gelungen.» (Deutschlandfunk, Elisabeth Richter, 7. Juni 2016)

«Die Sänger haben vor allem eine Art Sprechgesang zu bewältigen, der immer wieder mit ariosen Phrasen durchsetzt ist. […] Um dem schnellen Wechsel der Szenen folgen zu können, ist Textdeutlichkeit hier eine der wichtigsten Anforderungen. Die jeweils zwei Sopranistinnen und Tenöre sowie der Bariton, die in über 20 Rollen schlüpfen müssen, haben das vorbildlich umgesetzt. Dem Regisseur Ulrich Mokrusch ist eine optimale Inszenierung gelungen. Er hat alles aus dem Stück herausgeholt, was es hergibt. Orchester und Publikum haben ihren Platz auf der Bühne und sitzen rund um die zentrale Spielfläche. Die Szenenwechsel gelingen nahtlos und temporeich, die Rollenwechsel werden mit minimalen Änderungen in den Kostümen verdeutlicht. […] Eine wirklich berührende Lösung ist ihm beim Tod des chinesischen Jungen gelungen. […] Ein eindrucksvolles Bild voller Zauber und Poesie. Regine Sturm verkörperte den armen ­chinesischen Jungen mit herzzerreißender Intensität und gesanglicher Souveränität. Tobias Haaks, der ein paar kräftig ausgestellte Glanztöne beisteuern darf, ist unter anderem als Koch, Stewardess und prügelnder Mann zu erleben, Filippo Bettoschi mit köstlicher Mimik als Stewardess und Bedienung, Thomas Burger als leidende Grille und Großvater, Patrizia Häusermann als kaltschnäuzige Ameise und Enkelin. Die Wandlungsfähigkeit des Ensembles innerhalb von Sekunden ist bemerkenswert. Kapellmeister Ido Arad und die Bremerhavener Philharmoniker erfüllen ihre Aufgabe, die wechselnden musikalischen Stimmungen punktgenau umzusetzen, mit Bravour. Der anwesende Komponist bedankte sich, offensichtlich sehr gerührt, bei allen Beteiligten.» (Weser Kurier, Wolfgang Denker, 6. Juni 2016)

«Eingerichtet – oder vielleicht sagen wir besser: angerichtet – hat Ulrich Mokrusch das in einem riesigen Wok, um den herum Publikum und Orchester sitzen. Es fängt ganz leicht und humorvoll an: Das Schnippeln und Rühren der Küchenarbeiter ist pure Musik, die Arbeit ist hart, aber gesellig. Die Zahnschmerzen verhindern aber schon bald ein schlichtes ‹Weiter so›. Das Schicksalsrad setzt sich in Bewegung – und endet buchstäblich mit einer Himmelfahrt für den kleinen Jungen, der in einen Himmel voller lädierter Klischee-China-Lampions hinangezogen wird. […] Das Philharmonische Orchester Bremerhaven unter Ido Arad bewältigte [Eötvös‘ Musik] tadellos. Ganz großes Lob verdienen auch die fünf Sänger, die hier auch anspruchsvolle darstellerische Aufgaben zu besorgen haben […]. Regine Sturm füllt die Rolle des kleinen Chinesen nicht nur mit souveräner Stimmführung, sondern auch mit schauspielerischem Esprit. Ebenbürtig ist ihr Patrizia Häusermann unter anderem als herzlose Ameise, aber auch die drei Herren, die gelegentlich – wie andersherum auch – in Frauenrollen agieren: Thomas Burger, Tobias Haaks und Filippo Bettoschi machen den Genuss vollständig. Dafür gab es auch Lob von höchster Stelle: Zur Premiere war Eötvös höchstselbst angereist – und war sichtlich angetan.» (Kreiszeitung, Rolf Stein, 06. Juni 2016)

«Mokruschs sauber reflektierende Handschrift besticht durch die Fähigkeit, reine Theaterlust nahezu perfekt mit politisch-ästhetischer Stellungnahme zu verbinden […]. Das Ensemble zeigte sich in dieser Aufführung von seiner besten Seite. Es wird richtig gut gesungen – alle 18 Partien sind höchst virtuos und anspruchsvoll komponiert – und zielgenau und konsequent mit einer Körpersprache verbunden, die einem einen ungemein unterhaltsamen Theaterabend spendiert, an dem man am Ende doch ins Nachdenken kommt.» (NMZ, Ute Schalz-Laurenze, 06. Juni 2016)