Pressestimmen

«Regisseur Rudolph hat Hans Magnus Enzensbergers Textfassung von 1979 gewählt, in der alle Figuren in Reimen sprechen. Das lässt die Gesellschaft sanft abgehoben wirken, Rudolph muss nur noch ein paar dezente Brechungen – das Tanz-Gezappel, der verkleidete Oronte als Geheimpolizistin – hinzufügen: Schon rauscht der Abend pausenlose 90 Minuten in sanft oberflächlichem Swing voran, aus dem die Gemeinheiten um so nadelspitzer hervorschnellen. […] Dass Célimène und Alceste sich ähneln, sich lieben und doch nicht zueinander finden, ist die eigentliche Tragik des Stücks. Er mag es einsam, sie braucht die Menschenmenagerie. Das berührt im Party-Geplauder, weil Glamourgirl Jennifer Sabel immer wieder ihre wahren Gefühle aufblitzen, weil Miesepeter Kay Krause erkennen lässt, dass auch der Kritikaster verletzbar ist. […] Elegante Personenregie, vorzügliches Ensemblespiel: So gelingt ein unaufdringlicher, aber abgründiger Blick in den Spiegel. Ungelogen.»
(Nordsee-Zeitung, 5.10.2015, Sebastian Loskant)