Pressestimmen

"Weil die zwei Beziehungsakteure von Isabel Zeumer und Kay Krause verkörpert und diese beiden gleichfalls enorm wandelbare Schauspieler sind, kriegen wir fast nicht mit, wie sehr es in der alten Liebe kriselt. […] Bis Johan - immerhin: schuldbewusst - Marianne eröffnet, dass er sich in eine seiner Studentinnen verliebt habe [...]. Hier muss nun spätestens die ruhige Hand von Regisseur Ulrich Mokrusch erwähnt werden, der diesen Knall eben nicht als Paukenschlag inszeniert, sondern ein Paar verwirrt und darum um so glaubhafter in die Trennung stolpern lässt. Reminiszenzen an Bergmans Film von 1973 lässt Mokrusch nicht zu, auch die Theaterfassung reduziert er aufs Wesentliche. Die Dialoge bleiben auf intelligente Weise im Fluss […]. Die spartanisch geprägte Ausstattung von Christian Robert Müller mit der erst offenen, dann geschlossenen Lamellenjalousie und nicht zuletzt die Beleuchtung unterstreichen Seelenzustände. […] Der Anspruch an einen gelungenen Theaterabend wurde ganz und gar erfüllt. Bravos für Zeumer, Krause, Mokrusch, Müller: Diese Liaison macht Lust." (Nordsee-Zeitung, 22.02.2016, Sebastian Loskant)

"Durch die Begrenzung auf das Skelett der Handlung gewinnt die zweistündige Inszenierung an Konzentration, Tempo, Stringenz. Ohrenscheinlich auch an Zuschauerzuspruch. […] Christian Robert Müller hat für die gutbürgerlichen Figuren ein rustikal anmutendes Zuhause geschaffen, dessen drolliger Clou ein Schrank ist, der sich als Klappbett entpuppt. Johan und Marianne kommen darin hochkant zu liegen. […] Hinter den Lamellenjalousien sieht man das Wasser gischten wie an einem stürmischen Tag in Bremerhaven, dem Fassaden-Dubai hinterm Deich. Vor den Jalousien hört man, wie sich Johan und Marianne zerstobene Träume, zerronnenes Begehren und zerrüttetes Vertrauen zuzischeln. Kay Krause und Isabel Zeumer, reifere Streiter als bei Bergman, geben den Figuren würdige Konturen noch am Rande des Abgrunds. […] Viel Applaus quittierte bei der Premiere die bündige Lektion in Beziehungsarithmetik." (Weser Kurier, 23.02.2016, Hendrik Werner)